Wissenschaftler der Asklepios-Klinik erhalten Auszeichnung

Eine Forschungsgruppe der Ortopädischen Universitätsklinik Bad Abbach erhielten in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal den Medizin-Oskar. Dieser Preis ist ihnen für ein Forschungsprojekt der Prävention von Rückenschmerzen bei Kindern verliehen worden. Der Oskar zählt dabei zu den renommiertesten und höchstdotierten Auszeichnungen für Ärzte. Mit diesem Stiftungspreis hat die Klinik allerhand erreicht, auf das sie stolz sein kann. Schauen wir uns folgend an, was genau hinter dem ausgezeichneten Projekt steckt.

Der Hintergrund

Rückenschmerzen können zur heutigen Zeit bereits als Volkskrankheit gewertet werden. Dabei ist natürlich zwischen gelegentlichen schwachen Schmerzen und einem dauerhaften Schmerz zu unterscheiden. Die Frage ist allerdings, was wir tun können, um diese Schmerzen von vornherein zu vermeiden oder diese wieder zu heilen. Aktuell verbringen rund 17 Millionen Deutsche ihren Arbeitsalltag im Büro. Ein klassischer Job, der schnell zu Rückenschmerzen führt, da es selten zur ausreichenden Bewegung kommt- und tatsächlich lebt ein gesunder Rücken von der Bewegung. Sitzen wir also jahrelang tagtäglich bloß auf dem Stuhl vor dem Computer, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die vermeidlichen Rückenschmerzen auftreten.

Laut Studien leiden etwa 69% aller deutschen Bundesbürger gelegentlich unter Rückenschmerzen. Jede fünfte Frau und jeder siebte Mann kämpft bereits mit chronischen Rückenschmerzen. Die Ortopädische Uniklinik Bad Abbach möchte sich jetzt dafür einsetzen, dass landesweit mehr und mehr Menschen bereits im jungen Alter starten, etwas zu tun, um den belastenden Schmerzen aus dem Weg zu gehen und diese vorzubeugen.

Das Forschungsprogramm

„Rückenfit – unsere Schule macht mit“ lautet der offizielle Name des Forschungsprojektes. Getestet wurde das Programm erstmals mit verschiedenen 5. Klassen über den Verlauf von einem ganzen Jahr. Die Forscher entwickelten dabei gezielte Trainingsaufgaben, welche einfach in den Schulalltag einzubringen sind. Es kam dabei nicht nur auf die Teilnahme der Kinder, sondern auch auf die Unterstützung und Mitarbeit der Lehrer an. Die Kinder sollen durch das Programm zum einen etwas über den Rücken lernen – wie er aufgebaut ist, wie dieser erkrankt und was ihm gut tut – und zum anderen aktiv Übungen durchführen, die den Rücken stärken und vor späteren Schmerzen bewahren. Ziel des Programms ist es, dass die Kinder ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie wichtig ist, sich aktiv für die Stabilität eines gesundes Rückens einzusetzen. Leichte Übungen, die innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden können, sollen den Kindern ans Herz gelegt werden, da bereits fünf aktive Minuten am Tag dabei helfen können, den Rücken in Form zu halten.

Wenige Übungen am Tag helfen zu einem gesunden Rücken

Während des ersten Projektes an den Schulen haben die Lehrer tolle Arbeit geleistet. Jede Sportstunde begann mit mindestens einer Kräftigungsübung und alle 10 Minuten wurden die Schüler in anderen Fächern dazu aufgefordert, ihre Sitzposition zu verändern. Letzteres soll helfen, die Überlastung der Rückenstruktur durch Fehlbelastungen zu vermeiden. Ein Test am Ende des Jahres bewies, dass die Schüler ein wirkliches Bewusstsein zur Problematik und umfangreiches Wissen zum Thema „Gesunder Rücken“ aufgebaut haben.

Investition für weitere Projekte

Das Forschungsteam

Mit dem Preisgeld des Medizin-Oskars, welches 50.000 Euro beträgt, möchte das Forscherteam der Uniklinik Bad Abbach das Projekt landesweit verbreiten und Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen. Darüberhinaus wird geplant, ein ähnliches Projekt mit jüngeren Kindern aus der Grundschule durchzuführen.

Neue Möglichkeiten für Spielsuchterkrankte an der Universitätsklinik Bochum

Die Glücksspielsucht gehört zu einer unterschätzen Krankheit. Diese ist im gleichen Maß behandlungsbedürftig wie auch die Alkohol- oder Tablettensucht. Spielsucht bringt nicht bloß Schulden, sondern fortlaufend auch Depressionen und Entfremdung des sozialen Umfeldes mit sich. Allein in Deutschland zählen aktuell mehr als 20.000 Menschen als spielsüchtig. Diese sind dem Zocken in Spielhallen und Wettbüros, aber auch auf Online-Plattformen regelrecht verfallen – und der Weg aus diesem tiefen Fall ist schwer. Die Universitätsklinik Bochum hat die Türen zu ihrem neuen Behandlungszentrum für Glücksspielsüchtige geöffnet. Der Grund der Neugründung war ein Behandlungsengpass im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen. Immer mehr Menschen suchen Hilfe, von ihren Süchten befreit zu werden. Jetzt hat die Klinik wieder neue Möglichkeiten, mehr von ihnen auf dem Weg in ein neues Leben zu begleiten.

Wie erkennt man das Erleiden an einer Glücksspielsucht?

Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen ihre Zeit ununterbrochen vor dem Bildschirm verbringen – ob am Computer, Smartphone oder Tablet -, sollte bewusst sein, wann eine Spielsucht eintritt. Folgend haben wir eine Liste mit Merkmalen zusammengestellt, die eine Spielsucht vermuten lassen:

  1. Häufiges Spielen, das zur Vernachlässigung anderer Freizeitaktivitäten führt
  2. Steigerung der Spieleinsätze
  3. Anhaltende Gedanken zum Glücksspiel, insbesondere zur Geldbeschaffung
  4. Geldbeschaffung durch illegale Taten
  5. Gefährdung wichtiger Beziehungen sowie dem Arbeitsplatz
  6. Spielen zur Verdrängung von Problemen und Stresssituationen
  7. Verlust der Spielkontrolle
  8. Festhalten am Spielen trotz Geldverlusten
  9. Ausschluss aus der Gesellschaft
  10. Lügen, um die Problematik des Spielens zu verheimlichen

Zwar gibt es heute kaum noch einen Anbieter von Glücksspielen, welcher nicht gleichzeitig ein Angebot für die Spielsuchtprävention bereitstellt, allerdings wird es kaum einen Spielsuchterkrankten geben, der die Stärke hat, sich eigenständig an diesen zu wenden. Wichtig ist, dass besonders die Familie auf das Verhalten des Betroffenen achtet und diesem unter keinen Umständen Geld übergibt. Sobald einem Familienmitglied eines oder mehrere der Symptome auffallen sollte, ist es geraten, ein ruhiges Gespräch zum Betroffenen zu suchen.

Was Erkrankte in der Klinik erwartet

In der Universitätsklinik Bochum gibt es vor dem Start einer Therapie ein aufklärendes Gespräch, in dem gelernte Psychologen feststellen, wie häufig der Betroffene spielt und welche Konsequenzen dies für ihn hat. Sollte die Spielsucht als krankhaft gewertet werden, dann gibt es eine individualisierte Therapie, die auf die Probleme und Schwierigkeiten des Betroffenen zugeschnitten ist. Nach einer Therapie, die mehrere Wochen anhalten kann, gibt es außerdem weitere Behandlungsmöglichkeiten wie spezielle Reha oder Selbsthilfegruppen. Den Erkrankten muss ganz klar dabei geholfen werden, ihren Weg zurück in ein normales Leben zu finden. Besonders Dinge wie Sport oder Musik können dabei eine wichtige Rolle einnehmen, denn sie können dem Patienten zeigen, dass es mehr als Spielen gibt, das langanhaltende Glücksgefühle hervorrufen kann. Außerdem ist es wichtig, dass Betroffene erneut lernen, mit dem Geld umzugehen. In der Regel erhalten Patienten in Kliniken ein begrenztes Taschengeld von etwa 30 Euro die Woche. Dadurch sollen sie lernen, den Wert des Geldes wieder einschätzen zu können. Neben Einzeltherapien gelten auch Gruppentherapien als erfolgreich, da Betroffene mit selben Problemen einander konfrontiert werden und gegenseitig voneinander lernen können. Oft kommt es vor, dass Spielsüchtige geringen Stadiums von extremen Betroffenen sogar schockiert werden und einen Weg finden, sich selbst wieder aufzuraffen.

Die Universitätsklinik Bochum bietet neben dem Behandlungszentrum für Glücksspielsüchtige seit neuestem auch eine Medienambulanz für Internetsüchtige an. Auch hier kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen mit denen nicht zu spaßen ist.

Die Gefahr eines Rückfalls

Statistisch gesehen ist die Gefahr eines Rückfalls bei Spielsuchterkrankten leider ziemlich hoch. Lediglich 40% der Betroffenen, die in einer Klinik behandelt worden sind, haben den Weg aus der Spielsucht vollständig meistern können. Das beweist, dass die Spielsucht eine schwere und chronische Erkrankung sein kann. Ein Rückfall kann wie auch bei der Alkoholsucht durch kleinste Dinge wie dem Klimpern von Münzen oder Werbeschildern gepaart mit Stresssituationen und Stimmungsschwankungen ausgelöst werden. Dadurch wird von Psychologen und Therapeuten oft geraten, auch nach einem erfolgreichen Aufenthalt in der Klinik weiterhin am Ball zu bleiben und bestenfalls für weitere Zeit eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Auch Familienangehörige und Bekannte sollten dem Betroffenen in der Zeit nach der Behandlung besonders beistehen und auf verdächtige Symptome eines Rückfalls achten.  Alle Patienten werden bei Entlassung eine Notfallrufnummer erhalten, an die sie sich wenden können, sobald sie Gefahr laufen, wieder rückfällig zu werden. Das Problem bei der Spielsucht ist allerdings, dass die Betroffenen sich in ihrem Inneren verstecken und mit negativ belasteten Situationen meist nicht anders umgehen können, als wieder zum Glücksspiel zu greifen.