Problematik der Universitätskliniken

Das Hauptproblem der Unikliniken: Finanzen

Unikliniken sind dafür bekannt, dass sie Hochleistungsmedizin ausüben. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zu einfachen Krankenhäusern meist Patienten mit ungewöhnlichen Krankheitsverläufen behandeln, wofür nicht nur spezielle Ausstattung, sondern auch Fachpersonal benötigt wird. Unikliniken bieten die Maximalversorgung für Patienten. Aus diesem Grund fallen für sie extrem hohe Kosten für Personal und Ausrüstung an. Während viele davon ausgehen, dass Krankenkassen der Patienten für die gesamten Kosten aufkommen, ist es tatsächlich so, dass diese mit den Kliniken festgelegte Pauschalen aushandeln. So kommt eines zum anderes: Unikliniken können höhere Kosten nicht abdecken. Seit einigen Jahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage deutscher Unikliniken immer mehr. Welche Faktoren noch dazu beitragen, schauen wir uns in diesem Beitrag an dem Beispiel der Charité Universitätsklinik an.

Die Charité Uniklinik

Die Charité Universitätsklinik in Berlin ist die größte Uniklinik Deutschlands. Nach aktuellem Stand beschäftigt die Klinik rund 17.000 Mitarbeiter. Im Bezug auf die Finanzen ist die Charité die einzige Ausnahme, denn die Uniklinik hat es tatsächlich geschafft 6 Jahre hintereinander trotz steigender Personalkosten schwarze Zahlen zu schreiben. Das liegt nicht nur an dem Wachstum der Stadt und der damit verbundenen steigenden Anzahl von Patienten, sondern vor allem auch an Zuschüssen vom Land. Nichtsdestotrotz fängt auch die größte Klinik des Landes an ins Schwanken zu geraten. Die Spanne zwischen steigenden Kosten und geringen Einnahmen geht immer weiter auseinander.

Aktuell steht im Hauptfokus, dass besonders ausländische Patienten sowie Flüchtlinge und auch Mittellose für ein Millionen-Verlust der Universitätsklinik sorgen. Es fällt der Klinik schwer, das Geld für vollbrachte Leistungen von diesen Menschen einzutreiben. Nicht ganz unschuldig ist die Klinik daran allerdings selbst, denn besonders ausländische Patienten erhalten keine ordentlichen Rechnungen, sodass diese kaum eine Möglichkeit haben, diese bei ihren Krankenkassen einzureichen.

Alleine in diesem Jahr musste das Charité mit einem Verlust von 3,3 Millionen Euro leben. Einen Betrag in dieser Höhe auszubalancieren, ist für Universitätskliniken beinah unmöglich. Es sei schon seit mehreren Jahren bekannt, dass die Klinik keine richtige Lösung für nichtzahlende Patienten bereit hat.  Ein Minusgeschäft wird daher oft schon von vornherein vermutet.

Mittlerweile hat das Charité extra neues Personal eingestellt, welches sich gezielt um die Eintreibung offener Rechnungen kümmern soll. Während zwar bereits einige Erfolge erzielt werden konnten, liegt die Charité Klinik in dem Punkt der Verlustquote aufgrund von fehlenden Zahlungsaufforderungen unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Patienten beschweren sich über den Zustand der Kliniken

Zwar zählt die Charité Uniklinik zu einer der besten und der weitaus größten Klinik Deutschlands, dennoch beschweren sich hier aber unzählige Patienten über die Standards. Dazu zählen vor allem auch die ausländischen Patienten. Der Vorstand der Klinik hat weitere Pläne im Bezug auf Verbesserungen. Nach und nach möchte die Klinik sich einzelne Bereiche vornehmen und diese einer positiven Entwicklung unterziehen. Ob in der Zukunft dann die Zahl der Patienten wieder steigen wird, ausländische Patienten ihren Weg hierher finden und die Klinik ihre Finanzen in den Griff bekommen wird, darauf können wir noch gespannt sein. Derzeit kämpft die Charité in jedem Fall wie jedes Jahr damit, den roten Zahlen zum Ende des Geschäftsjahres zu entkommen und weiterhin die einzige Klinik zu bilden, die es trotz Schwierigkeiten schafft, zurecht zu kommen.

 

 

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